Schlagabtausch in Neidling – HSC zeigt Moral und siegt 5:4
11er | 16. Mai 2012 | 15:34
16 05 2012
Aufstellung HSC: Zeitlinger; Kotlaba, Nitzbon, D. Scheibelreiter; Pieringer, Kickinger, F. Scheibelreiter, Geidl, Leodolter; Knabe
Ersatz: J. Scheibelreiter, Dürmoser
Torschützen: Lebschy (21./29./64./71.) bzw. Knabe (15.), Pieringer (27.), Geidl (38./89.), Leodolter (87.)
Einwechslungen: J. Scheibelreiter für Kickinger; Dürmoser für J. Scheibelreiter
Alle jene die das Auswärtsspiel des HSC in Neidling nicht erlebten, haben einen wahren Schlagabtausch verpasst. Fünf Minuten vor Schluss schien sie sich wieder mal zu bewahrheiten, eine der alten Fussball-Weisheiten: „Schießt du vorne nicht ins Tor, bekommst du hinter halt ein poar.“ Die Stössinger vergaben eine Unzahl von Chancen in der ersten Halbzeit und gingen nach einer wahren Hochschaubahn der Gefühle doch noch als Sieger vom Platz!
Nach der Niederlage im Schlüsselspiel um Tabellenplatz 3 gegen die GSR Inzersdorf stand für den HSC Stössing die nächste Bewährungsprobe gegen einen unmittelbaren Tabellennachbarn auf dem Programm. Bei unwirtlichen Bedingungen ging die Reise diesmal auf die „Miniatur-Anlage“ nach Neidling, wo es für Leodolter & Co. in den letzten Jahren nicht viel zu holen gab. Mit einem vollen Erfolg würden die Stössinger allerdings in der Tabelle an den Tornados vorbeiziehen und sich weiter tapfer in der Verfolgergruppe behaupten.
Ohne den Jahrhundert-Torschützen Pepi Binder (er bereitet sich langsam auf die Fussball-Pension vor und wird in Kürze aufgrund anhaltender Fruchtbarkeit seinen eigenen Kindergarten eröffnen) startete der HSC konzentriert in die Partie. Aus einer sicheren Abwehr heraus brachten die Gäste die Heimischen mehrmals in Verlegenheit, konnten allerdings die Topchancen nicht in Tore ummünzen. Die gesamte Offensive (Geidl, Knabe, Leodolter) scheiterte mehrmals mit Pech oder aufgrund des eigenen Unvermögens…
In Minute 15. fiel allerdings das erlösende Führungstor, als Knabe einen gehaltenen Kopfball von Geidl in gekonnter Manier abstaubte. Es war Saisontor Nummer sechs für den Stürmer des HSC. Die Tornados konnten von Glück sprechen das sie nach einer weiteren vergebenen Chance der Stössinger nicht mit 0:2 ins Hintertreffen gerieten. Der Schuss von Fredi Scheibelreiter strich aber knapp am langen Eck vorbei (18.)
Als man glaubte der HSC hat die Begegnung im Griff fiel plötzlich der Ausgleich. Nitzbon verfehlte einen langen Ball und Lebschy ließ sich die Chance nicht entgehen (21.).
Jetzt war Neidling wieder am Drücker und die Partie entwickelte sich zu einem sehenswerten Schlagabtausch. Hin und her ging es in ansprechendem Tempo und jetzt waren auch die Hausherren mehrmals gefährlich vor das Tor von Zeitlinger aufgetaucht. Ein Traumtor von Pieringer (auch alter Sud genannt) rieß die Neidlinger aus ihrem Spielfluß. Aus halblinker Position ließ er mit Rechts dem gegnerischen Keeper nicht den Funken einer Chance (27.).
Die mitgereisten Fans feierten noch, als abermals Lebschy dir fröhliche Stimmung der Gäste eiskalt beendete. Eine abgefälschte Flanke beförderte er per Kopf zum 2:2 Ausgleich ins Netz(29.).
Es war weiterhin eine Partie auf Augenhöhe, wobei die Gäste um den Tick öfters gefährlich vor das Tor kamen. In Minute 38. vollendete Robert Geidl einen toll gespielten Angriff über Leodolter und F. Scheibelreiter trocken zur 3:2 Pausenführung für den HSC. Ein Spielzug wie aus dem Lehrbuch!
Auch nach der Pause war es ein munteres Spielchen, in dem Neidling allerdings das Kommando übernahm. Gleich zweimal mussten Nitzbon und Kotlaba auf der Linie retten und hielten so den knappen Vorsprung. Aber auch Stössing kam immer wieder brandgefährlich vor das gegnerische Gehäuse. Knabe, der sich brav seine Gelegenheiten erarbeitete, scheiterte aber mehrmals alleinstehend vor dem Tor.
So kam es wie es kommen musste und die Tornados stellten in der Minute 64. den Ausgleich her. Wer sonst als Lebschy umkurvte die gesamte Hintermannschaft des HSC und schob zum 3:3 ein.
Jetzt waren die Gäste angeschlagen. Neidling drückte weiter und drängte die Stössinger weit in ihre Hälfte. Da abermals einige Konterchance nicht genutzt wurden, war es nach einer Ecke abermals Lebschy der zum vierten Mal zuschlug und die Heimischen erstmals in Führung brachte (71.).
So grausam kann Fussball sein dachten sich gleichermaßen Fans und Spieler des HSC und sahen im wahrsten Sinne des Wortes „die Felle im Regen von Neidling davon schwimmen“!
Dürmoser kam als zusätzliche Offensivkraft in die Partie und Leodolter ging zu Knabe in die Spitze. Stössing rannte nun an und versuchte alles um den Ausgleich zu erzwingen. Leodolter war mit einem Kopfball knapp neben das Tor sehr nahe dran (84.). Jetzt war es Neidling die gute Konterchancen vorfanden, die Entscheidung allerdings nicht erzwingen konnten.
Die HSC-Kicker bewiesen Moral und steckten nicht auf. Pieringer, der seine „Sudanfälle“ unterbrach und über links einen Angriff startete, fand in der Mitte mit Kapitän Mario Leodolter einen dankbaren Abnehmer und der spitzelte den Ball durch die Beine des Schlussmanns zum 4:4 in die Maschen (87.).
Wer glaubte das war das Ende eines sehenswerten Hobbyliga-Spiels sah sich getäuscht, den beiden Mannschaften war nicht nach Remis zumute…sie wollten den Sieg! Stössing war nach dem Ausgleich moralisch natürlich im Vorteil uns startete weitere Angriffe. Wieder über links kam ein immer müder werdender Robert Geidl an den Ball und sah sich der dichtgestaffelten Hintermannschaft der Tornados gegenüber. Mit den letzten Kraftreserven umkurvte er in wohlbekannter Robben-Manier zwei Gegner und zog aus mittlerer Position ca. 17m vor dem Gehäuse ab. Tor für Stössing (89.)! Unglaublich. Das Spiel wieder gedreht… „Wo bleibt der Schlusspfiff“ forderten die HSC-Fans, mit den Nerven völlig am Ende.
So schnell kam der aber nicht. Herbert Zeitlinger musste mit einer letzten Glanzparade in der Nachspielzeit den spektakulären Auswärtssieg festhalten. Dann war Schluss!
Der nervenaufreibende Sieg gegen einen unmittelbaren Konkurrenten fühlt sich entsprechend gut an. Vor allem weil seit ewigen Zeiten wieder fünf Tore in einer Partie erzielt wurden und das wiederrum macht Mut für die bevorstehenden Spiele gegen Kupferbrunn, Lok und die Union. Wenn man die Schwächen in der Deckungsarbeit bei Standards noch abstellt ist man wieder einen Schritt weiter! Die Aussicht auf Platz 4 in der Abschlusstabelle ist gut und sollte das neue Saisonziel darstellen. Nächste Begegnung: So. 20. Mai 16h gegen Roter Stern Kupferbrunn in Gerersdorf !
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Geschrieben von : 11er